Home » Projekte » 2007

Neptun Wasserpreis 2007

Siegerprojekte und Nominierungen

Hauptpreis

Projekttitel: Errichtung einer Trinkwasserleitung, Q'ero - Japu (Peru) – Nominierung und Hauptpreis
Eingereicht von: Herta Suchy und Ing. Peter Suchy
Projektbeschreibung:
Im Bergland der Ostkordilleren lebt in Hochtälern zwischen 3.500 und 4.500 Metern der indigene Volksstamm Q’ero. Peter und Herta Suchy machten während mehrerer Peru-Reisen Bekanntschaft mit dieser in großer Armut lebenden Volksgruppe, im Besonderen mit der Dorfgemeinschaft von Japu. Hilfsmaßnahmen wie die Bereitstellung von warmer Kleidung, der Ankauf einfacher Werkzeuge oder die Errichtung von Gewächshäusern wurden dort bereits gesetzt, der größte Wunsch aber war die Errichtung einer Trinkwasserleitung. Der tägliche Wasserbedarf wurde durch ein Gerinne, das von Mensch und Tier gleichermaßen zur Ver- und Entsorgung genutzt wurde, gedeckt. Die Gefahr der Verseuchung war groß. Familie Suchy machte es sich deshalb zum Ziel, die Dorfgemeinschaft bei der Errichtung einer ordnungsgemäßen Trinkwasserversorgung fachlich und organisatorisch zu unterstützen. In einem ersten Schritt wurde eine Wassergenossenschaft gegründet sowie die Quelle, die aufgeschlossen werden soll, bestimmt. Nach Beschaffung von Werkzeug und Materialien wurde am 13. Juni 2004 mit dem Bau der Wasserleitung begonnen. Eine Woche später konnte sie in Betrieb genommen werden. Zur Finanzierung hatte sich das gegründete Comitee del agua potable um eventuell mögliche regionale Förderungen für Trinkwasserversorgung bemüht, was aber leider erfolglos blieb. Peter und Herta Suchy riefen deshalb in ihrer lokalen Umgebung in Österreich zu Spenden auf. Letztlich konnten die Baukosten von insgesamt 3.700 Euro zur Gänze aus Geldern von Privatpersonen sowie durch eine Unterstützung der Gesellschaft für bedrohte Völker finanziert werden. Das Projekt übernimmt somit eine Vorbildrolle hinsichtlich des sozialen Engagements von Privatpersonen. Es zeigt, dass erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit nicht nur durch den Staat oder entsprechende Organisationen, sondern auch durch private Initiativen geleistet werden kann.

Siegerprojekt WasserSCHUTZ

Projekttitel: Optimierung der Ab- und Aufstauvorgänge bei Stauraumspülungen an der Oberen Mur
Eingereicht von: DI Clemens Dorfmann
Projektbeschreibung:
Stauraumspülungen von Flusskraftwerken führen zu starken Abflussänderungen. Ein Spülmanagement ist nötig, um übermäßige Schwall- und Sunkerscheinungen zu vermeiden. Die an der TU Graz (Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft) erstellte Diplomarbeit untersucht einen Flussabschnitt der Oberen Mur, der durch vier Kraftwerke beeinflusst wird. Unter Berücksichtigung der Parameter Ab-/Aufstauordnung, Ab-/Aufstauzeiten und Ab-/Aufstaugeschwindigkeiten wird ein Modell für die Optimierung des Spülmanagements erarbeitet. Mit den inzwischen in die Praxis umgesetzten Ergebnissen kann eine sehr gute Vergleichmäßigung und Reduzierung der Schwall- und Sunkerscheinungen erreicht werden. Das bedeutet für die aquatische Flora und Fauna eine erhebliche Verminderung der Belastung bei Stauraumspülungen.

Zu den Nominierungen der Kategorie WasserSCHUTZ


Siegerprojekt WasserWELT

Projekttitel: Bewässerungssystem Hydrip
Eingereicht von: bios4 – systemic sustainability solutions, Rammel und Partner OEG
Projektbeschreibung:
Hydrip ist eine speziell für Trockengebiete entwickelte Bewässerungsmethode. Das System kombiniert erstmals eine den Wasserverbrauch minimierende Unterflurbewässerung mit einem wasserspeichernden Medium auf Tonmineral-Basis. Tonminerale binden Salze, daher beugt Hydrip zugleich einer Versalzung des Oberbodens vor. Damit ist es besonders zur Gewährleistung der Nahrungsmittelsicherheit in klimatisch benachteiligten Gebieten bei höchstmöglicher Ressourcenschonung geeignet. Derzeit läuft ein Pilotprojekt zur Optimierung des Systems im Süden Portugals. Ziel ist die Serienreife von Hydrip.

Zu den Nominierungen der Kategorie WasserWELT

Siegerprojekt WasserKOMMUNIKATION

Projekttitel: Wir setzen die Schule unter Wasser
Eingereicht von: Hauptschule Groß Gerungs
Projektbeschreibung:
Die Hauptschule Groß Gerungs hat über die Dauer eines Monats in einem umfassenden und fächerübergreifenden Ansatz Wasser zum Thema gemacht. Dabei hat die gesamte Schule verschiedenste Projekte umgesetzt. Ob es sich um Unterwasserpoesie im Hallenbad, Installationen zum Hochwasserschutz, physikalische Versuche oder Mundartgedichte handelte, die Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren scheuten keine Mühe, das Motto in die Tat umzusetzen. Die Ergebnisse wurden in einer abschließenden Schülerzeitung festgehalten.

Zu den Nominierungen der Kategorie WasserKOMMUNIKATION

Siegerprojekt WasserKREATIV

Projekttitel: 4 layers of sari
Eingereicht von: Ruth Mateus-Berr
Projektbeschreibung:
Laut einem Forschungsbericht von 2003 kann durch ein einfaches Verfahren der Ausbruch von Cholerafällen weitgehend verhindert werden. Durch vier Schichten eines alten Saris werden bis zu 99 Prozent des Cholera transportierenden Planktons aus dem Wasser gefiltert. Diese Erkenntnis wird in der prämierten künstlerischen Arbeit sinnlich visualisiert. So wird ein größeres Publikum auf die wissenschaftliche Errungenschaft aufmerksam gemacht.

Zu den Nominierungen der Kategorie WasserKREATIV

Nominierungen

Nominierungen WasserSCHUTZ

Projekttitel: Modular Conceptual Modelling in Urban Drainage – Development und Application of CITY DRAIN
Eingereicht von: DI Dr. Stefan Achleitner
Projektbeschreibung:
Die an der Universität Innsbruck (Institut für Umwelttechnik) erstellte Dissertation umfasst die Erstellung und Anwendung der Open Source Software CITY DRAIN. Ziel der Software ist es, einen Beitrag zur Verbesserung der Effizienz von urbanen Entwässerungssystemen mit Bezug auf die ökologischen Auswirkungen in natürlichen Gewässern zu leisten. Dem Tool zugrunde liegt die Betrachtung des Gesamtsystems bestehend aus Kanal, Kläranlage und Fluss. Auf Basis computerbasierter Simulationen werden Vorhersagen der Auswirkungen künftiger Eingriffe bereits in der Planungsphase ermöglicht. Damit kann eine optimale Wirkungsweise und damit die Minimierung von Schadstoffbelastungen erzielt werden.

Projekttitel: IMW – Innovative Messtechnik in der Wasserwirtschaft
Eingereicht von: Forschungsgemeinschaft IMW
Projektbeschreibung:
Ziel des Forschungsprojekts war die Entwicklung einer für die Bereiche Kanal, Kläranlage und Gewässer universell einsetzbaren Gewässergütemessstation. Dabei wurde im Besonderen auf die Minimierung von Installations- und Wartungsaufwand, Robustheit sowie eine einheitliche Erfassung und Verwaltung aller Messdaten Wert gelegt. Das bereits erfolgreich im Langzeitbetrieb eingesetzte Messsystem liefert eine völlig neue Datenbasis für integrierte Betrachtungen im Bereich der Wassergütewirtschaft. Es stellt für spezifische Monitoring-Aufgaben der EUWasserrahmenrichtlinie einen wesentlichen Fortschritt dar und könnte als Basis für den Aufbau eines automatisierten Wassergütemessnetzes dienen.

Projekttitel: Grüner See/Hochschwab Naturschutz für Wasserschutz
Eingereicht von: Alliance for Nature
Projektbeschreibung:
In den 90er-Jahren gab es Pläne, große Mengen an Quellwasser (15-20 Mio. Liter Wasser pro Tag) aus der Region um den Grünen See am Südfuß des Hochschwabs abzuleiten. Infolge war eine Austrocknung des Sees und eine Verödung der umgebenden Landschaft zu befürchten. Die 1996 gestartete und über 10 Jahre verfolgte Initiative beabsichtigte daher eine Überführung des Landschaftsschutzgebietes in ein Naturschutzgebiet, worin der Schutz des Wassers mit einbezogen ist. Mit dem entsprechenden Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung am 16. Oktober 2006 konnte das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss geführt werden.

Projekttitel: Gravitationswasserwirbelkraftwerk zur Verbesserung der Wassergüte
Eingereicht von: DI Franz Zotlöterer
Projektbeschreibung:
Das neuartige Flusswasserkraftwerk für geringe Fallhöhen liefert nicht nur Strom, sondern verbessert durch Belüftung gleichzeitig die Qualität des genutzten Fließgewässers. Mit dem seit Februar 2006 erfolgreichen Dauerbetrieb einer Prototypenanlage gelangte eine WasserVISION des Neptun 2005 zur Umsetzung. Einsatzpotenziale bieten sich beim Betrieb einer energieautarken Kläranlage, in Kombination mit einer Wärmepumpe als schadstoff- und staubemissionsfreies Heizsystem oder bei der Trinkwasseraufbereitung. Mit der gesteigerten Wassergüte sinken die Aufwendungen für den Betrieb einer Umkehrosmoseanlage. Diese kann durch die erzeugte Energie betrieben werden.

Projekttitel: Anerkennungspreis WasserSCHUTZ
Pflege des Naturschutzgebietes Gmöser Moor
Eingereicht von: Gemeinde Laakirchen
Projektbeschreibung:
Das Gmöser Moor stellt in Bezug auf die Sicherung des Lebensraumes für bedrohte Vogelarten, seltene Amphibien und Pflanzen ein bedeutendes Feuchtgebiet dar. Im Jahr 2001 begann eine Gruppe von NaturschützerInnen das Naturschutzgebiet zu pflegen und dadurch zu erhalten.

Nominierungen WasserWELT

Projekttitel: Gravitationswasserwirbelkraftwerk zur Verbesserung der Wassergüte
Eingereicht von: DI Franz Zotlöterer
Projektbeschreibung:
Das neuartige Flusswasserkraftwerk für geringe Fallhöhen liefert nicht nur Strom, sondern verbessert durch Belüftung gleichzeitig die Qualität des genutzten Fließgewässers. Mit dem seit Februar 2006 erfolgreichen Dauerbetrieb einer Prototypenanlage gelangte eine WasserVISION des Neptun 2005 zur Umsetzung. Einsatzpotenziale bieten sich beim Betrieb einer energieautarken Kläranlage, in Kombination mit einer Wärmepumpe als schadstoff- und staubemissionsfreies Heizsystem oder bei der Trinkwasseraufbereitung. Mit der gesteigerten Wassergüte sinken die Aufwendungen für den Betrieb einer Umkehrosmoseanlage. Diese kann durch die erzeugte Energie betrieben werden.

Projekttitel: Entwicklung von optimalen Anbaustrategien im Agrarsektor auf Basis des virtuellen Wasserinputs
Eingereicht von: ExAqua Research
Projektbeschreibung:
Unter virtuellem Wasser versteht man jenes Wasser, das in Produkte eingebettet ist. Ein und dasselbe Produkt benötigt in verschiedenen Ländern und Regionen unterschiedliche Mengen an Wasser. Um diesen Wasserinput mess- und vergleichbar zu machen, wurde eine Kennzahl – die so genannte virtuelle Wassereffizienz – eingeführt. Auf Grundlage dieser Kennzahl wurde weiters ein Modell entwickelt, mit dem optimale Anbaustrategien in Hinblick auf den Ressourceneinsatz auf regionaler, nationaler, kontinentaler und globaler Ebene simuliert und entwickelt werden können. Damit wird der bislang ausschließlich für ökonomische Untersuchungen von Handelsströmen verwendete virtuelle Wasseransatz konkret für die Landwirtschaft anwendbar.

Projekttitel: Errichtung einer Trinkwasserleitung, Q'ero - Japu (Peru) – Nominierung und Hauptpreis
Eingereicht von: Herta Suchy und Ing. Peter Suchy
Projektbeschreibung: siehe Hauptpreis

Nominierungen WasserKOMMUNIKATION

Projekttitel: Roadshow Interaktive Minikläranlage
Eingereicht von: PlanSinn GmbH&CoKEG
Projektbeschreibung:
Im Auftrag der Entsorgungsbetriebe Simmering wurde anlässlich der Eröffnung der neuen Erweiterungsstufe der Wiener Hauptkläranlage ein Gestaltungs- und Vermittlungskonzept für eine modellhafte, interaktive Minikläranlage entwickelt. Diese wurde an belebten Wiener Plätzen aufgebaut. Die BesucherInnen konnten Wasser verschmutzen und verschiedene Klärprozesse in Gang bringen oder verhindern. Die Roadshow vermittelte so auf spielerische Weise den hohen Standard des technischen Umweltschutzes in Wien.

Projekttitel: Wasser nicht zu verschenken! Die Müllhexe Rosalie und das Element Wasser
Eingereicht von: Silvia Litschauer
Projektbeschreibung:
Auf Grundlage des Kinderbuches „Die Müllhexe Rosalie und das Element Wasser“ von Liese Esslinger wurde ein zeitgemäßes Musical erarbeitet und durch Kinder der VS Fischamend aufgeführt. Durch zielgruppengerechte Präsentationen für Schulklassen, Bevölkerung, Wirtschaftstreibende sowie Gemeinde- und BezirksvertreterInnen entstand ein hoher Multiplikatoreffekt zum Thema Gewässerschutz auf allen gesellschaftlichen Ebenen.

Projekttitel: Wiener Wasserschule
Eingereicht von: Wiener Wasserwerke
Projektbeschreibung:
In der Wiener Wasserschule bekommen Schulklassen einen Schultag lang Informationen über die globale Wasserverteilung, den Wasserkreislauf oder die Wiener Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Die Kinder werden auch für die Probleme von wasserarmen Gegenden sensibilisiert, wo die Wasserversorgung meistens in der Verantwortung der Frauen liegt. Pro Jahr werden rund 4.000 SchülerInnen unterrichtet.

Projekttitel:Lebende Gewässer – Tiere zeigen dir die Gewässergüte
Eingereicht von: Kärntner Institut für Seenforschung
Projektbeschreibung:
Das Schulprojekt vermittelt Wissenswertes zum Ökosystem Fließgewässer. Im Mittelpunkt steht der Zusammenhang von Artenvielfalt und Gewässergüte. Kinder sammeln selbst die Tiere des Gewässergrundes eines ausgesuchten Baches, sortieren diese und bestimmen anhand eines einfachen Auswerteformulars die biologische Gewässergüte. Durch das praktische Arbeiten wird bei den SchülerInnen das Bewusstsein für ihren Bach gestärkt.

Nominierungen WasserKREATIV

Projekttitel: Blaue Stunde
Eingereicht von:Gabriele Vasak
Projektbeschreibung:
In dieser Kurzerzählung ist Wasser zum einen Auslöser für einen manischen Rausch, in dem vergeblich der unerreichbaren Perfektion des Elements nachgejagt wird. Zum anderen werden die heilenden Eigenschaften von Wasser entfaltet. Es mildert die Ängste des Kranken und wird ihn vielleicht zur Gesundheit führen. Damit wird die Ambivalenz des Elements – zerstörerische und heilende Kraft – ausgedrückt.

Projekttitel: Wasser. Künstlerstadt Gmünd
Eingereicht von:Kulturstadt Gmünd Betriebs- und VeranstaltungsGmbH
Projektbeschreibung:
Im Rahmen der Erlebnisreise WasserKraft 2006/07 wurden verschiedenste Kunstprojekte miteinander verknüpft. WasserKunst wurde in allen denkbaren Facetten in Ausstellungen an verschiedenen Orten der Stadt und im Open Air Bereich präsentiert. Dabei ist eine Vielfalt künstlerischer Wasserinterpretationen von Kunstschaffenden aus dem In- und Ausland entstanden.

Projekttitel: INnTEGRATION
Eingereicht von: DI Heide Christine Mayer-Heimböck
Projektbeschreibung:
Der Neuentwurf für die Gestaltung des Innsbrucker Marktplatzes sieht eine Verbindung zum Inn vor, die die Wahrnehmbarkeit des Flusses verstärkt und seine vitale Kraft erlebbar macht. Was bisher durch massive Steinmauern verbannt wurde, soll – mit Rücksicht auf die Wildheit des alpinen Gewässers – ins städtische Leben integriert werden.

Projekttitel: Unter der Oberfläche. Malerei-Serie
Eingereicht von: Agnes Rossa
Projektbeschreibung:
Agnes Rossa beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit dem Phänomen der Lichtbrechung auf der Wasseroberfläche. Auf ihren Bildern entstehen verzerrte Körper, die wie neuartige Wesen erscheinen. Die optischen Phänomene an der Wasseroberfläche können als Metapher für die Bewegtheit und Durchdringbarkeit des flüssigen Mediums genommen werden.

Projekttitel: wwwasser
Eingereicht von: Künstlergruppe Freigehege und Dr. Uta Langer
Projektbeschreibung:
Bei dieser interaktiven Kunstaktion wurden der reelle und der materielle Wert der Ressource Wasser thematisiert. KünstlerInnen betrieben Promotion für eine Flasche Trinkwasser als neues Produkt. Ein Glücksrad entschied über die Nationalität der MitspielerInnen und somit auch über den Preis, zu dem die Wasserflasche erworben werden konnte: Gratis oder bis zu 50 Euro. PassantInnen wurden so zu AkteurInnen im globalen Spiel ums Trinkwasser.