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Neptun Wasserpreis 2001

Siegerprojekte und Nominierungen

Siegerprojekte WasserSCHUTZ

1. Preis - ex aequo

Projekttitel: WASSERSCHULE
Eingereicht von: Nationalpark Hohe Tauern
Projektbeschreibung:           
Die im Mai 1999 gegründete Wasserschule im Nationalpark Hohe Tauern informiert über die lebensnotwendige Funktion des Wassers, dessen Bedrohung, Erhaltung und nachhaltige Nutzung. Das Projekt setzt auf umweltpädagogische Schwerpunkte wie 5-tägige Kurse in Schulen, Forscherkoffer für Jugendliche, einen Geschichtenwettbewerb, LehrerInnenfortbildungsseminare und Exkursionen für NationalparkbesucherInnen.
Durch die weiterbildende Arbeit in den Bereichen Wasserschutz- und nutzung  konnte das Nationalparkteam – mit acht zusätzlichen BetreuerInnen – nicht nur einen Diskurs zwischen SchülerInnen und LehrerInnen, sondern auch unter den BewohnerInnen der Tauernregion anregen.

1. Preis - ex aequo

Projekttitel: GRASKRAFT – Grundwasser- und Gewässerschutz
Eingereicht von: Josef Priedl, Gerhard Eigner, Walter Graf
Projektbeschreibung:       
Vorrangiges Ziel des Projektes GRASKRAFT ist es, Ernteeinbußen zu reduzieren, die durch Trockenheit und anhaltenden Humusverlust der Böden aufgrund von Abschwemmung hervorgerufen werden. Darum und auch zur Biogasgewinnung wird in St. Martin im Burgenland Sudangras gepflanzt, das die Wasseraufnahmefähigkeit der Böden verbessert und nach der Ernte in eine Grasvergärungsanlage eingebracht wird. Die im Fermentationsprozess nicht verwendete Biomasse wird als Dünger auf dieselben Felder zurückgebracht. Dadurch kann vollständig auf Mineraldünger und Pestizide verzichtet werden. Josef Priedl, Gerhard Eigner und Walter Graf haben damit bewiesen, dass durch Gras- und Energiepflanzenproduktion umfassender Grundwasser- und Gewässerschutz auch mit geringen finanziellen Mitteln großflächig realisier- und multiplizierbar ist.

Zu den Nominierungen der Kategorie WasserSCHUTZ

Siegerprojekte WasserKREATIV

1. Preis

Projekt: WISHING WELL
Eingereicht von: Katarina Matiasek und Robin Rimbaud
Projektbeschreibung:                 
1998/99 entstand diese Video/Audio-Installation von Katarina Matiasek aus Wien und Robin Rimbaud aus London: Eine kreisförmige Videoprojektion von der Decke erzeugt am Boden die Oberfläche eines Brunnens mit Wellenkreisen, die oszillieren und wieder verlaufen, als ob unsichtbare Dinge in den Brunnen geworfen würden. Durch Flüsterstimmen von Menschen, die sich etwas wünschen, wird die Installation zum Wunschbrunnen. Die Stimmen wurden anonym über das Internet gesammelt und mit Unterwassergeräuschen unterlegt. Ihre Lautstärke kann über einen Bewegungsmelder von den BesucherInnen reguliert werden. WISHING WELL bedient sich einer biologischen, entwicklungsgeschichtlichen Tatsache: Wir verweilen gerne am leicht bewegten Wasser. Das „low budget“-Projekt war unter anderem auch in der Londoner Hayward Gallery zu sehen. Die GestalterInnen möchten mit dieser Installation zum Nachdenken über einen schonenden nachhaltigen Umgang mit realen Ressourcen, wie Wasser, und auch inneren Ressourcen anregen.

2. Preis - ex aequo

Projekttitel: LIQUID ARCHITEKTURE
Eingereicht von: Sebastian Michalksi
Projektbeschreibung:               
Das Kreativ-Projekt „Liquid Architekture“ wurde von Sebastian Michalski aus Wien gestaltet. Konzipiert wurde es als eine Weiterbearbeitung des Studienprojektes zum Thema „Architektur und Wasser“ der Meisterklasse von Prof. Hans Hollein. Das Projekt stellt eine theoretische Auseinandersetzung mit dynamischen Formfindungsprozessen, die durch Reaktionsmuster von Flüssigkeiten hervorgerufen werden, dar. Das Resultat ist ein Gebäude rein virtueller Natur, das sich ausschließlich als räumliche Umsetzung dieser Untersuchungen versteht. Es zeigt, dass Wasser als flüssiges Medium mancherorts besser zur Gestaltbildung beiträgt als feste Materie, die ohne Durchdringung auskommen muss. Die Gebäudeform wurde durch Strömungsversuche optimiert. Besucher betreten es unterirdisch vom Flussufer kommend. Im Innenraum entsteht durch Bewegung und Aktion eine gewisse Dynamik. So erfahren die Besichtigenden verschiedene topologische Zustände. Das Innere des Gebäudes funktioniert wie ein riesiger Kühlschrank, in dem das Wasser permanent alle Aggregatzustände durchläuft. Der Komplex wird über einen Steg oberhalb eines Wasserfalls verlassen.

2. Preis - ex aequo

Projekttitel: WASSERHAUS St. Arbogast     
Eingereicht von: Bildungshaus St. Arbogast
Projektbeschreibung:     
Vordergründiges Bedürfnis des Bildungshauses St. Arbogast in Götzis/Vorarlberg war es, eine Trinkstelle im Hof zu gestalten. Das Projekt sollte die Wichtigkeit, Lebensnotwendigkeit und v.a. Kostbarkeit des Wassers neu entdecken und gestalten. Realisiert werden soll nun der Entwurf von Mag. Fridolin Welte. Es handelt sich um einen fünf mal fünf Meter großen Kubus aus Beton, der eine regelmäßige Lochung aufweist und durch eine Tür zu öffnen ist. Der würfelförmige Steinblock mit Pyramidendach soll dem fließenden Gewässer einen Rahmen, eine Fassung geben. Im Zentrum befindet sich eine Trinkstelle. Errichten will man das Wasserhaus im Dreieck zwischen der Landstraße Klaus/Götzis, dem Bildungshaus St. Arbogast und der Wassertrete des Kneipp-Vereins. Das Wasserhaus könnte den Höhepunkt des geplanten Naturlehrpfades bilden.

Siegerprojekte WasserTECHNIK

1. Preis                        

Projekttitel: MATRIXTURBINE im Donaukraftwerk Freudenau, 
Eingereicht von: Verbundgesellschaft
Projektbeschreibung:
Der Schleusenbetrieb an österreichischen Donaukraftwerken verursacht jährlich einen Energieverlust von zirka 110 GWh. Um diese enorme Energiemenge zukünftig nutzen zu können, entwickelte die Verbundgesellschaft die Matrixturbine im Kraftwerk Freudenau. Diese Turbine besteht aus 25 Kleinturbinen, die im Dammbalkenschlitz der Schleusenanlage eingebaut werden. Durch diese neuartige Matrixturbine ist es möglich, Schleusenwasser sowohl beim Füllen als auch beim Entleeren der Kammern zu nutzen. Damit stellt man eine Energieausbeute von 3,7 GWh pro Jahr sicher. Als weitere Einsatzgebiete der Turbine sind Gefällstufen bei Kanälen und Restwasserturbinen in bestehenden Kraftwerken denkbar.

2. Preis                        

Projekttitel: BIOLOGISCHE DENITRIFIKATIONSANLAGE in-situ
Eingereicht von: NÖSIWAG
Projektbeschreibung:
Ziel der Anlage am Brunnenfeld/Bisamberg ist es, den gesetzlich erlaubten Höchstwert von 50 mg Nitrat pro Liter Wasser durch Untergrund-Denitrifikation einzuhalten bzw. zu unterschreiten. Ein Wasser-Ethanol-Gemisch wird in den Untergrund eingebracht. Mikroorganismen im Boden ernähren sich von diesem Gemisch und können somit das Nitrat aufspalten. Elementarer, unschädlicher Stickstoff entweicht über die Bodenfläche. Die Nitratkonzentration kann somit um 30 bis 35 mg/l reduziert werden. Der Vorgang der Ethanoldotation erfolgt in einem konzentrischen Schluckbrunnenkreis um den Entnahmebrunnen. Eisen- und Manganausschwemmungen werden durch Entnahme in zwei weiteren konzentrischen Brunnenkreisen, durch Sauerstoffanreicherung in einem gesonderten Gerät und neuerliche Versickerung in diesen Brunnenkreisen vermieden. Gleichzeitig steigt der Sauerstoffgehalt im Untergrund. Durch biologische Denitrifikation erhöht sich jedoch die Möglichkeit einer Wiederverkeimung des Wassers. Als Gegenmaßnahme wird dem entnommenen Grundwasser am Brunnenfeld eine Dosis von 0,06 - 0,07 mg/l Chloridoxyd als Desinfektionsmittel zugesetzt.

3. Preis                       

Projekttitel: DER KANALBLÄSER
Eingereicht von: Ringhofer ZT-GmbH
Projektbeschreibung:
Das Konzept der DI Josef Ringhofer ZT-GmbH aus Zöbern/NÖ stellt ein kostengünstiges System zur Abwasserableitung, speziell im ländlichen, strukturschwachen Raum dar. Geringer Betriebsaufwand, sehr günstige Errichtungskosten der Druckleitungen und höhere Verlegegeschwindigkeiten sind Vorteile des Kanalbläsers. Im Übergangsschacht zur Ortskanalisation ist ein Elektro-Schieber installiert: Beim Spülbetrieb wird dieser Schieber geschlossen. Eine Druckkammer und die anschließende Druckleitung bilden somit ein geschlossenes System. Druckluft wird zugeführt und bewegt das Abwasser durch die wesentlich dünnere und kostengünstigere Druckleitung. Nach Beendigung des Spülvorganges wird der E-Schieber in der Abwasserleitung wieder geöffnet. Ablagerungen in der Druckleitung werden etwa einmal pro Woche automatisch ausgespült. Wesentlich mehr Haushalte können durch den Kanalbläser kostengünstig an die öffentliche Kanalisation und somit an eine Kläranlage angeschlossen werden. Umgesetzt wurde das Konzept unter anderem in zwei Anlagen in der Marktgemeinde Hochneukirchen-Gschaidt.

Zu den Nominierungen der Kategorie WasserTECHNIK

Nominierungen

Nominierungen WasserSCHUTZ

Projekttitel: LEBENDE LIESING - Darstellung der Revitalisierung des Liesingbaches
Eingereicht von: Kollegium Kalksburg
Projektbeschreibung:
Der Startschuss für das Projekt „Lebende Liesing“ erfolgte 1998 aufgrund der Revitalisierung eines Teiles der Bachregulierung im Südwesten Wiens, Bereich Willergasse. 800m sollten durch den Wiener Wasserbau, MA 45, in ein naturnahes Fließgewässer zurückgeführt werden. Das Kollegium Kalksburg, allen voran Hr. Mag. Werner Frenzl, versuchten, Vorurteile und Befürchtungen der Bevölkerung den Umbau betreffend durch gezielte Information abzubauen. SchülerInnen von der 1. - 8. Klasse AHS wurden mit der Erstellung von Schautafeln zu Wasserbaukonzepten, Plastiken, Videoclips, CD-ROM und Tastmodellen beauftragt.

Projekttitel:
WASSERSCHUTZBERATUNG in OÖ (WSB)
Eingereicht von: WSB
Projektbeschreibung:
Die WSB in Oberösterreich zeichnet sich durch die aktive Begleitung und Beratung von freiwillig teilnehmenden LandwirtInnen aus. Eine Reduktion der Nitratbelastung im Grundwasser wird durch sachgerechte Düngung erreicht und die Machbarkeit von flächenhaftem Grundwasserschutz wird vor Ort eruiert. Im Raum Pucking/Weißkirchen konnten die „Wasserschutzberater“ DI Thomas Übleis und Josef Fürnhammer erste Abnahmetendenzen des Nitratgehaltes im Grundwasser feststellen.
Die Wasserschutzberatung wurde im Rahmen eines Pilotprojektes zur Grundwassersanierung in OÖ ins Leben gerufen.

Projekttitel: TATTENDORFS WASSERLANDSCHAFTEN
Eingereicht von: Gemeinde Tattendorf
Projektbeschreibung:
Neben den Tattendorfer Ferienspielen mit Gewässerschwerpunkt und Flurreinigungsaktionen am Tag des Wassers, setzte die Gemeinde auch die Revitalisierung des „Feuerbachls“ um. Weiters wurde ein ökologisches Hochwasserkonzept durch gezielte Reaktivierung alter Überflutungsgebiete und Maßnahmen zur naturnahen Pflege und Unterhaltung der Ufergehölze an der Triesting entwickelt. Zahlreiche öffentliche und private Feuchtbiotope entstanden, die zur Bereicherung aquatischer Lebensräume beitragen. Die konsequente und integrierende Zusammenarbeit in der Gemeindepolitik ermöglichte eine themenübergreifende Planung.

Nominierungen WasserTECHNIK

Projekttitel: Ökoeffiziente VERWERTUNG VON BETRIEBSABWASSER aus der Betonproduktion
Eingereicht von: Forschungszentrum Seibersdorf
Projektbeschreibung:
Initialzündung zu diesem Projekt war das Abwasserproblem in Betonwerken. Durch die Reinigung der Trommeln von Fahrmischern, Betonpumpen und Mischanlagen entstehen hochalkalische Abwässer, die mit Feinsand und teilweise auch mit bindefähigem Zement belastet sind. Das Wasser wird in Sickergruben geleitet, der Schlamm ist teurer Sondermüll. Die Lösung des Problems bietet ein computergestütztes Regelungssystem mit vollautomatischer Prozessleittechnik. In mehreren Verfahrensschritten entsteht aus den Abwässern Reinwasser. Es wird gemeinsam mit den festen Reststoffen neuerlich zur Betonherstellung verwendet. Die Vorteile der Seibersdorfer Anlage: Bis zu 40% weniger Frischwasserverbrauch, keine Belastung des Grund- und Oberflächenwassers durch die Abwässer.

Projekttitel: ENR - VERFAHREN
Eingereicht von: VA Tech WABAG
Projektbeschreibung:
Das Verfahren dient zur Entfernung des Nitrates und einem Härteanteil im Trinkwasser und arbeitet nach dem Elektrodialyse-Prinzip mit selektiven Membranen. Die Anlage wird bei zentralen Wasserversorgungsanlagen und direkt bei belasteten Brunnen installiert. Sie arbeitet vollautomatisch und kann über eine Fernwirkanlage bedient werden. Entwickelt wurde dieses Gerät in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur in Wien. Der wesentliche Vorteil dieses Verfahrens ist, dass eine selektive Entfernung des Nitrates bei niedriger Gesamtentsalzung des Trinkwassers ermöglicht wird. Das anfallende Konzentrat (ca. 5 %-10 % der Gesamtwasser-Menge) enthält einen hohen Anteil an Nitrathärte. Die ENR-Anlage kann problemlos nach längeren Pausen wieder in Gang gesetzt werden. Das erste großtechnische Gerät dieser Art wurde 1997 am Brunnenfeld Kleylehof im Burgenland errichtet.