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„Matrixturbine“ / Verbundgesellschaft

WasserTECHNIK, 2001

(nun "Hydromatrix" / VA Tech Andritz)

Die Nutzung von Schleusenwasser in Flusskraftwerken für die Stromerzeugung wurde erstmals durch die Entwicklung der Matrixturbine ermöglicht. Bei dem mit dem Neptun Wasserpreis gewürdigten Projekt Matrixturbine Freudenau handelte es sich noch um ein  von der Europäischen Union gefördertes Forschungsprojekt. Mittlerweile wird die Technologie – auch in weiterentwickelter Form – weltweit eingesetzt.

Schleusenanlagen an Flusskraftwerken dienen zur Überwindung der Spiegeldifferenz zwischen Ober- und Unterwasser bei der Schifffahrt. Jeder Schleusvorgang bedeutet für ein Kraftwerk einen nicht unbedeutenden Energieverlust. Kumuliert über die 9 österreichischen Donaukraftwerke lassen sich Verluste in der Größenordnung von gut 110 GWh/a, das entspricht einem mittleren Flusskraftwerk, ermitteln.

Aufgrund der spezifischen Gegebenheiten des Kraftwerks Freudenau wurde gemeinsam von Donaukraft, Verbund und VA Tech Hydro eine Matrixturbine entwickelt. Die Matrixturbine wird in den Dammbalkenschlitz der Schleusenfüll- und -entleerkanäle ohne zusätzlichen Landschaftsverbrauch eingebaut und liefert bei jedem 20-minütigen Schleusvorgang wertvolle Energie aus Wasserkraft. Überdies wird durch die Substitution fossiler Brennstoffe bei der Energieerzeugung infolge der besseren Ausnutzung der vorhandenen Wasserkraft zur Reduktion klimarelevanter Emissionen beigetragen.

Noch 2001 wurde die Matrixturbine in Hydromatrix umbenannt und bekam ein neues, von der Kunsthochschule Linz entworfenes Logo. Seither wurde sie unter Anderem im Sudan, den USA, Albanien und Italien eingesetzt. Das aus der Hydromatrix entwickelte Produkt – die Straflomatrix – eignet sich besonders wenn nur wenig Platz zur Verfügung steht und eine ökonomischere Variante benötigt wird.